
Private Prompts: Mehr Datenschutz bei der Nutzung von KI
Gerade an Hochschulen werden häufig personenbezogene Daten, vertrauliche Projektdetails oder unveröffentlichte Forschungsergebnisse verarbeitet. Dabei kommen auch KI oder Übersetzungstools zum Einsatz. Hierfür eignet sich zum Beispiel der zentrale Hochschuldienst KI:connect. Wer aber auch externe Dienstleister wie ChatGPT oder Claude benutzt, mag an diese womöglich nicht alle eigenen oder fremden personenbezogenen Daten weitergeben.
Hier setzt Private Prompts an – ein Open-Source-Projekt, das den datenschutzfreundlichen Einsatz von KI-Anwendungen unterstützen soll. Private Prompts ist eine kostenlose Software für Windows, macOS und Linux. Das Tool ermöglicht es, Informationen vor der Übermittlung an KI-Dienste durch Platzhalter oder Pseudonyme zu ersetzen. Dies erfolgt lokal auf dem eigenen Gerät. Dadurch müssen schützenswerte Daten nicht zunächst an einen externen Dienst übertragen werden. Nach der Verarbeitung können die ursprünglichen Informationen wieder eingesetzt werden.
Statt eines Prompts wie:
„Analysiere die E-Mail von Max Mustermann und fasse die wichtigsten Inhalte zusammen.“
könnte die KI stattdessen erhalten:
„Analysiere die E-Mail von Person 1 und fasse die wichtigsten Inhalte zusammen.“
Oder es kann ein Lebenslauf kopiert werden, ohne dass personenbezogene Daten wie Name, Adresse und Kontaktdaten manuell gelöscht und wieder eingetragen werden müssen.

Wie funktioniert Private Prompts?
Zunächst muss die Software lokal auf dem Gerät installiert werden. Das Menü besteht aus vier Unterseiten:
- „Private Prompts“: Hier kann der Prompt inklusive der personenbezogenen Daten eingegeben werden.
- „Mark“: Markiert die erkannten personenbezogenen Daten.
- „Mask“: Ersetzt die erkannten personenbezogenen Daten durch Pseudonyme.
- „Unmask“: Ersetzt die Pseudonyme wieder durch die ursprünglichen personenbezogenen Daten.
- „Prompt Manager“: Hier können häufig genutzte Prompts gespeichert werden. Bei Erstinstallation befinden sich hier Beispielprompts.
- „Privacy Regeln“: Hier können spezifische personenbezogene Daten oder Muster für diese sowie die Pseudonyme definiert werden.
- „Systemeinstellungen“: Neben der Wahl zwischen Deutsch und Englisch können verschiedene Dateien importiert und exportiert werden. Fortgeschrittene Nutzerinnen und Nutzer können zudem über die System-Einstellungen einen OpenAI-API-Schlüssel hinterlegen und die geschützte Arbeitsumgebung direkt mit KI-Diensten verbinden.
Die Anwendung basiert auf statischen, regelbasierten Ersetzungen, die flexibel konfiguriert werden können. Dabei können zwei Arten von Regeln definiert werden:
- Explizite Ersetzungen: Es sollen konkrete Begriffe zur Ersetzung festgelegt werden, z. B.:
- Max Mustermann → Jon Doe
- Universitätsstraße 150, 44801 Bochum → Beispielstraße 1, 12345 Beispielstadt
- +49 123456789 → +49 111111111
- Musterbasierte Erkennung: Für wiederkehrende Datentypen können auch allgemeine Erkennungsmuster definiert werden, die automatisch auf Texte angewendet werden, z. B.:
{EMAIL}→ erkennt automatisch E-Mail-Adressen{PHONE}→ erkennt Telefonnummern{DATE}→ erkennt Datumsangaben

Wichtige Einschränkungen
Das Tool erkennt sensible Daten nicht vollständig autonom. Die Erkennung basiert ausschließlich auf den zuvor definierten Regeln und Mustern. Das bedeutet: Die Anwendung schützt nur das, was vor dem Senden erkannt und ersetzt wird. Nur vorher festgelegte Begriffe und Muster werden zuverlässig ersetzt. Andere Namen, Kennungen oder kontextspezifische Informationen können weiterhin übertragen werden.
In Szenarien wie Interviewtranskripten oder Forschungsdaten muss daher sorgfältig geprüft werden, ob alle relevanten Daten abgedeckt sind. Private Prompts ist damit kein „Datenschutz-Autopilot“, sondern ein Werkzeug zur regelbasierten Unterstützung datenschutzbewusster Arbeitsweisen. Nutzer und Nutzerinnern bleiben verantwortlich für die Auswahl der Inhalte, die Rechtsgrundlage der Verarbeitung sowie die Einhaltung der DSGVO-Anforderungen beim Einsatz externer Anwendungen.
Da die Daten unverschlüsselt in der Anwendung verarbeitet werden, sollte das verwendete Gerät entsprechend geschützt sein, etwa durch ein sicheres Passwort oder Festplattenverschlüsselung. Nach der Verarbeitung können die personenbezogene Daten selbstständig gelöscht werden. Zudem lassen sich Einstellungen, Prompt-Listen und Regeln in separate Dateien exportieren und wiederverwenden.
Fazit
Private Prompts unterstützt einen bewussteren Umgang mit sensiblen Informationen im Umgang mit KI-Systemen. Der Nutzen entsteht jedoch erst durch die Kombination aus sorgfältiger statischer Konfiguration und konsequenter dynamischer Anwendung im Arbeitsalltag.
